Exchange Online PST Import

By | 31. Juli 2017

In diesem Beitrag möchte ich euch zeigen, wie der Exchange Online PST Import funktioniert. Mit dieser Funktionalität ist es möglich, PST-Dateien in die Postfächer von Exchange Online zu importieren.

Ganz wichtig ist dabei zu beachten, dass sich die Benutzer mindestens einmal per OWA an Ihrem E-Mail Postfach angemeldet haben. Insbesondere bei Migration ist dieser Punkt wichtig, weil dies dort normalerweise nicht der Fall ist.

Im ersten Schritt werden die Regionaleinstellungen des Postfaches geprüft, in der der Exchange Online PST Import erfolgen soll. Dies geschieht über die Powershell. Eine Anleitung wie man sich mit Exchange Online per Powershell verbindet, findet man im Technet. In unserem Beispiel möchten wir gerne die Anzeige in Deutsch haben (PST-Datei ist in der Sprache Deutsch). Die Prüfung der aktuellen Regionaleinstellungen erfolgt über das Cmdlet Get-MailboxRegionalConfiguration:

Exchange Online PST Import

Sollten die oben angezeigten Informationen nicht übereinstimmen, kann man diese mit dem Cmdlet Set-MailboxRegionalConfiguration korrigieren:

Set-MailboxRegionalConfiguration -id m -Language {de-DE} -LocalizeDefaultFolderName:$true -DateFormat "dd.MM.yyyy"

Der Parameter LocalizeDefaultFolderName gibt dabei an, dass die standardmäßigen Ordner (Posteingang, Postausgang, …) lokalisiert angezeigt werden sollen.

Es ist unabdingbar, dass die Regionaleinstellungen mit der Sprache der PST-Datei übereinstimmen. Ansonsten sind die standardmäßigen Ordner doppelt vorhanden (z.B. „Posteingang“ und „Inbox“) und die Lokalisierung funktioniert nicht mehr.

Danach können wir mit dem eigentlichen Exchange Online PST Import beginnen. Voraussetzung dafür ist, dass der Benutzer, mit dem wir den Import starten, auch über die Berechtigung Mailbox Import Export verfügt. Diese kann ggf. über die Exchange Online Administrationsoberfläche (Berechtigungen -> Administratorenrollen) noch vergeben werden.

Den Importauftrag erstellt man dann über die URL https://protection.office.com. Dort findet man unter dem Punkt „Datenkontrolle“ die Funktion „Importieren“.

Beim Anlegen eines neuen Importauftrags muss ein Name vergeben und die Option „Daten hochladen“ ausgewählt werden.

Danach kann eine oder mehrere PST-Dateien hochgeladen werden. Dies geschieht mit dem Tool Azure AzCopy. Der Zielpfad kann über Punkt 2 (SAS-URL) herausgefunden werden. Der Befehl dafür sieht folgendermaßen aus:

AzCopy /Source:Z:\Import\PST /Dest:"https://<SAS-URL>"

Durch diesen Befehl werden alle Dateien im Verzeichnis Z:\Import\PST nach Azure hochgeladen. Möchte man nur eine Datei oder bestimmte Dateien hochladen, muss man zusätzliche Parameter definieren. Die Dokumentation zu den Befehlen findet man hier.

Nachdem die PST-Dateien hochgeladen sind, müssen diese noch einem Benutzerpostfach zugeordnet werden, in die diese importiert werden sollen. Das passiert über eine Zuordnungsdatei. Dabei handelt es sich um eine einfache CSV Datei, mit folgendem Aufbau:

Workload,FilePath,Name,Mailbox,IsArchive,TargetRootFolder,SPFileContainer,SPManifestContainer,SPSiteUrl
Exchange,,m.pst,s.m@contoso.com,FALSE,/,,,

Mit dieser Konfiguration wird die PST-Datei m.pst in das Postfach mit der Adresse m@contoso.com importiert. Es handelt sich nicht um ein Archiv-Postfach und der Import erfolgt auf oberster Ebene (Es ist natürlich auch möglich, den Import in einen entsprechenden Unterordner auszuführen).

Danach wird der Importauftrag auf mögliche Fehler analysiert und kann danach gestartet werden.

Dann heißt es warten, bis der Importauftrag vollständig verarbeitet wurde. Dann kann auch kontrolliert werden, ob evtl. Fehler beim Import aufgetreten sind.

2 thoughts on “Exchange Online PST Import

  1. Florian

    Hi Frank,

    hast Du herausgefunden wann Microsoft die .pst Datei nach dem Hochladen auf die SAS Freigabe löscht?
    Ein manuelles Löschen ist nicht möglich…

    Hast Du einen Tip?

    Gruß Florian

    Reply
    1. frank Post author

      Hallo Florian,

      die SAS Freigabe wird 60 Tage nach dem letzten Hochladen einer PST-Datei gelöscht.

      Viele Grüße
      Frank

      Reply

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.