Änderungen in SharePoint 2016 für IT Pros

By | 7. Dezember 2015

SharePoint 2016

Nachdem die SharePoint Server 2016 Beta 2 seit einigen Tagen verfügbar ist (für Download und mehr Informationen siehe hier), möchte ich gerne über ein paar grundlegenden Änderungen berichten. Die bisherigen Versionen von SharePoint 2016 haben sich verstärkt an IT Pros gerichtet, also auch an mich. 🙂

SharePoint 2016 Foundation

Es ist ziemlich ruhig um die bisher kostenlose Version von SharePoint geworden. Nach der Aussage von Bill Baer das es keine Foundation Edition mehr gibt, flammte die Diskussion auf und plötzlich klang die Aussage von Bill Baer nicht mehr so sicher. Es gab einen Aufruf von Bill Baer, die bisherigen Nutzungsszenarien ihm mitzuteilen, damit eine Lösung gefunden werden kann. Seitdem ist es allerdings sehr ruhig um die kostenlose Version von SharePoint 2016 geworden. Es stellt sich auch die Frage, wie die Foundation Edition noch in die zukünftigen Pläne von Microsoft passt. SharePoint 2016 steht ganz im Zeichen von hybriden Szenarien. Auch das neue Konzept der MinRoles steht eigentlich im Widerspruch zur kostenlose SharePoint 2016 Foundation Version. Somit funktioniert der schnelle und kostenlose Einstieg in die SharePoint Welt nicht mehr so einfach wie bisher. Um die Funktionen aus der Cloud (Office 365) nutzen zu können braucht mach entsprechende kostenpflichtige Lizenzen. Das MinRole Konzept erfordert eine große Anzahl von Servern (später dazu mehr) und entsprechende Konfigurationsmöglichkeiten. Schwer vorstellbar, dass Microsoft dies kostenlos zur Verfügung stellt. Dadurch würde die kostenlose Version meiner Meinung nach um einiges aufgewertet, was nicht unbedingt im Interesse von Microsoft sein kann. Eine endgültige Entscheidung gibt es aber wohl noch nicht bzgl. SharePoint 2016 Foundation. Somit kann man nur abwarten.

Update: Mittlerweile wurde von mehreren Personen (entweder direkt von Microsoft oder MVPs) bestätigt, dass es keinen SharePoint 2016 Foundation geben wird.

Installation

Die Installation von SharePoint Server 2016 hat eine wichtige Änderung erfahren. Jeder kennt bestimmt die Möglichkeit in den vorherigen Versionen mit ein paar Klicks einen SharePoint inklusive SQL Express zu installieren. Der SQL Express wurde ganz einfach als notwendiges „Übel“ ohne weiteres Zutun installiert. Danach stellte sich immer die Frage, wie man auf die SQL Instanz überhaupt mit dem Management Studio zugreifen kann. Zudem  entspricht die SQL Instanz überhaupt nicht den Best Practices und taugt maximal für Entwicklungsumgebungen. Wobei ich sagen muss, dass ich mittlerweile auch nicht einmal Entwicklungsumgebungen so aufsetzen möchte. Und trotzdem sind mir schon einige dieser Installationen über den Weg gelaufen, die als produktives System in Firmen eingesetzt werden. Diese Möglichkeit gibt es mit SharePoint 2016 nicht mehr. Hier muss die SQL Instanz zwangsläufig vorher manuell aufgesetzt werden. Eine automatische Installation bei SharePoint im Hintergrund gibt es nicht mehr. Dies ist also eigentlich eine gute Nachricht. Somit nimmt die Anzahl von ganz, ganz schlecht installierten SharePoint hoffentlich spürbar ab.

User Profile Sync

Oder nennen wir das Kind doch beim Namen: Forefront Identity Manager (FIM). Jeder der sich schon mit FIM tiefer auseinander gesetzt hat, spätestens wenn er nicht mehr funktioniert, hat ein gespaltenes Verhältnis zu diesem Service. Der FIM dürfte wohl die zickigste Komponente im SharePoint sein. In SharePoint 2016 steht der FIM nicht mehr zur Verfügung. Dort besteht standardmäßig nur der Import nach SharePoint 2016 zur Verfügung. Eine Möglichkeit Daten vom SharePoint in das AD zu synchronisieren besteht nicht. Auch kann man das Mapping der Properties nicht manuell anpassen. Diese Funktionalität findet man bei den vorherigen Versionen von SharePoint sehr häufig im Einsatz. Irgendwie fühlt man sich beim User Profile Sync ein bisschen wie in die Vergangenheit versetzt. Ganz nach dem Motto „Zurück in die Zukunft“. Allerdings kann man auch in SharePoint 2016 den bekannten FIM nutzen. Dieser heißt mittlerweile Microsoft Identity Manager (MIM). Die Funktionalität orientiert sich an dem vom bekannten FIM. Allerdings steht der MIM nicht standardmäßig zur Verfügung sondern muss manuell installiert und konfiguriert werden. Die Lizenzierung vom MIM erfolgt separat und momentan macht die Installation und Konfiguration sehr wenig Spaß. Allerdings handelt es sich auch nur um eine Beta.

Office Online Server

Die Excel Services sind in SharePoint 2016 Server verschwunden. Für die Anzeige und Bearbeiten von Excel Dateien ist nun der Office Online Server (mehr Informationen) zwingend notwendig. Die BI Funktionalitäten hinsichtlich Excel sind im SharePoint 2016 Server nicht mehr verfügbar. Dies erfolgt nun in Office 365. Durch diese Änderung dürfte auch die herrschende Verwirrung zwischen Excel Services und den bisherigen Office Web Apps verschwinden. Mit SharePoint 2016 stellt sich die Frage nicht mehr, für welche Funktionalität mit Excel welche Komponente zuständig ist.

MinRole

Mit dem Konzept von MinRole können einem Server in einer SharePoint Farm bestimmte Rollen zugewiesen werden. Diese Rollen spezifizieren immer eine Anzahl von ausgeführten Diensten auf dem Server. Dadurch werden SharePoint Farmen weiter standardisiert und die Bereitstellung von Service Applications vereinfacht. Dies hat den Vorteil die Verfügbarkeit und Performance entsprechend zu erhöhen. Ohne MinRole gibt es ansonsten wie bisher immer Abweichungen bei der Topologie (wo läuft welcher Service). Es gibt 4 MinRoles:

  1. Front-end
  2. Application
  3. Distributed Cache
  4. Search

Somit besteht eine minimale SharePoint 2016 Farm nach dem MinRole Prinzip aus vier Servern. Möchte man eine redundante Farm aufbauen, benötigt man schon minimal neun Server (2×1., 2×2., 3×3., 2×4.), exklusive SQL Server(n). Das ist schon eine ziemliche Menge an Servern, die auch mit entsprechenden Kosten verbunden sind. Ich finde das Konzept sehr interessant, allerdings bei kleinen und mittleren Farmen als ziemlich schwer umsetzbar. Natürlich kann man SharePoint 2016 auch ohne MinRoles betreiben. Dafür gibt es die MinRole Custom. Dann funktioniert alles wie bisher. Natürlich muss man dann auf die Vorteile von MinRole verzichten, wie z.B. prüfen ob die ausgeführten Dienste der MinRole entsprechen inkl. automatischen Korrekturmaßnahmen.

Stsadm

stsadm.exe ist in SharePoint 2016 offiziell als deprecated gekennzeichnet. Die Nutzung ist auch von Version zu Version geringer geworden und durch äquivalente SharePoint Management Shell Befehle ersetzt worden. In SharePoint 2013 musste man nur noch selten zu stsadm.exe greifen. In SharePoint 2016 besteht nun eigentlich überhaupt nicht mehr der Bedarf dazu. Irgendwie ein komisches Gefühl davon Abschied zu nehmen, was einen so lange begleitet hat und treue Dienste verrichtet hat.

 

Es gibt also einige Neuerungen die auf uns in der kommenden Version von SharePoint erwarten. Und es gibt auch noch einige Unklarheiten, wie z.B. das Thema Foundation. Hier muss man einfach noch etwas geduldig sein. Ansonsten freue ich mich schon sehr auf SharePoint 2016 und kann es kaum erwarten, das erste produktive System davon in Betrieb zu nehmen.

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